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Barrierefreie Schwellen ...

... erhöhen den Wohnwert für Jung und Alt.
Stufenartige Türanschläge an Balkon-/Terrassentüren sind unbequem und bilden Stolperschwellen mit erhöhtem Unfallrisiko. Wachsende Ansprüche an den Wohnkomfort und der Wunsch, möglichst lange auch im Alter in der gewohnten Umgebung zu bleiben, setzen die bequeme Erreichbarkeit aller Wohnbereiche – auch Balkone und Terrassen – voraus. Ein Aspekt, der auch beim Erwerb von Immobilien eine immer höhere Priorität erhält. Barrierefreie Übergänge gelten inzwischen als modern und familienfreundlich – für junge Familien genauso wie für die Älteren.

... sind kritisch in der Ausführung.
An öffentlichen Neubauten und für Seniorenresidenzen sind barrierefreie Schwellen schon seit langem gesetzlich vorgeschrieben. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass versucht wurde, mit Bedenken, Einwänden und hohen Kosten dieses für die Nutzer so vorteilhafte Detail zu verhindern. Der Grund: Der obere Anschluss der Abdichtung an Balkon- und Terrassentüren liegt niedriger als die Oberfläche des Belages angrenzender Balkon- und Terrassenbeläge. Bei nicht perfekter Ausführung besteht die Gefahr, dass Niederschlagswasser die Abdichtung hinterläuft und ins Gebäude gelangt. Wegen ihrer Komplexität müssen Planung und Ausführung barrierefreier Schwellen im Detail mit allen Beteiligten – Planer, Fensterbauer, Dachdecker und Plattenleger – abgestimmt werden.

... liegen im Spannungsfeld der Regelwerke.
Die Anforderungen für den Anschluss der Abdichtung (DIN 18195 Teil 5 und Flachdachrichtlinien) sind unvereinbar mit der Forderung eines barrierefreien Übergangs (nach DIN 18040 Teil 1 und 2). Das unterstreicht, wie komplex dieses Detail ist und welche Herausforderung die Umsetzung in die Praxis gerade für ausführende Unternehmen darstellt. Daher sind barrierefreie Übergänge ausdrücklich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer zu vereinbaren, um einem späteren Rechtstreit vorzubeugen.



DIN 18195
Grundsätzlich fordert die DIN 18195 als Ausführungsnorm für Abdichtungen im Teil 5 (Pkt. 8.1.5), die Abdichtung 15 cm über Oberkante Belag hoch zu führen. Auf barrierefreie Übergänge geht Teil 9 dieser Norm unter Punkt 5.4.4 ein.
Dort wo die geforderte Anschlusshöhe nicht realisiert werden kann, „...sind besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser oder das Hinterlaufen der Abdichtung einzuplanen“. Dazu gehören zum Beispiel Drainroste im Türanschlussbereich.

Die Flachdachrichtlinien
Die Flachdachrichtlinien fordern unter Punkt 4.3.1. ebenfalls eine Anschlusshöhe von 15 cm, lassen aber eine Reduzierung auf 5 cm zu, wenn „..jeder Zeit ein einwandfreier Wasserablauf im Türbereich sichergestellt…“ ist (Punkt 4.4.2).
Unter Punkt 4.4 (3) wird weiterhin darauf hingewiesen, dass barrierefreie Übergänge eine abdichtungstechnische Sonderlösung erfordern, die zwischen Planern, Türherstellern und Ausführenden abzustimmen ist.

Mehr noch: „ Die Abdichtung allein kann die Dichtigkeit am Türanschluss nicht sicherstellen. Zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich…“. Auch hier werden – wie in der DIN 18195 und den Flachdachrichtlinien – unter anderem Entwässerungsroste als Lösungsansatz erwähnt.

DIN 18040
Nach der neu überarbeiteten Norm für barrierefreies Bauen sind „... untere Türanschläge und -schwellen nicht zulässig.“
Das gilt sowohl für öffentliche Gebäude (Teil 1, Pkt. 4.3.3.1) als auch für Wohnungen (Teil 2, Pkt. 4.3.3.1). Nur wenn sie technisch unabdingbar sind, dürfen Schwellen von max. 2 cm vorgesehen werden.


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Bei barrierefrei ausgeführten Übergängen liegt die Oberkante der Abdichtung in der Regel unter der Oberkante des Belages. Drainroste und Drainschichten müssen daher so beschaffen sein, dass eine dauerhaft rückstaufreie Entwässerung gewährleistet ist. Ansonsten läuft Wasser hinter die Abdichtung und führt zu kostspieligen Schäden im Innenbereich.

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